Digitale Daten

Warum ist Achtsamkeit für digitale Daten wichtig?

Dieser Blogbeitrag möchte sensibilisieren.

Du lernst 6 Gründe kennen, wieso der achtsame Umgang mit persönlichen Daten ein Geschenk für mehr Harmonie ist.

Wenn Du dieses „Warum“ kennst, wird es zukünftig sehr viel leichter sein, die richtigen Entscheidungen im Umgang mit Deinen (sensiblen) persönlichen Daten zu treffen.

Das Thema erscheint als zweiteiliger Beitrag. Teil 2 beinhaltet dann konkrete Tipps: Behandelt also das “Wie” im Umgang digitaler Daten. Im aktuellen Teil 1 geht es um das “Warum”: Warum ein achtsamer Umgang mit digitalen Daten wichtig ist.

1. Menschen vergessen – Computer nicht

Bei uns Menschen unterliegen Informationen, die im Gehirn gespeichert werden, einer gewissen Halbwertszeit. Wichtige Ereignisse sind für längere Zeit abgelegt – oder gar für immer. Wie beispielsweise der erste Kuss. Weniger wichtige Informationen wandern dagegen eher ins Kurzzeitgedächtnis und werden sehr bald für andere Informationen wieder frei gegeben.

Computer ticken im Gegensatz zum Gehirn etwas anders.

Sie – genauer gesagt die Speichersysteme – sind vergleichbar mit fest verdrahteten Synapsen in unserem Gehirn. Computer „merken“ sich alles. So unwichtig die Information auch ist. Eine einmal gefütterte Information ist dank einer Kombination aus Nullen und Einsen über die binäre Kommandozentrale fest verwurzelt in einem digitalen Speichermedium hinterlegt.

Neurowissenschaftler und Informatiker diskutieren seit geraumer Zeit über eine geniale Innovation:

Das „Recht auf Vergessen“ bei Computern.

Die Idee: Bestimmte Informationen im weltweiten Netz sollen an ein Ablaufdatum gebunden werden. Insbesondere solche privater Natur. Und im Anschluss an die vorgegebene Lebensdauer ausgelöscht werden. Wie ein Bleistiftstrich von einem Radiergummi.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Bis dahin sollte sich jeder von uns genau überlegen, welche Informationen er welchem System anvertraut.

Vor allem „Jugendsünden“, die niemals für die Öffentlichkeit gedacht waren, sind teilweise schwer rückgängig zu machen. Umso mehr, wenn die Daten außerhalb des eigenen Systems platziert und verteilt wurden. Oder Gedanken, die Du normalerweise nur Deiner besten Freundin anvertrauen würdest. Diese könnten in der digitalen Welt zu einem späteren Zeitpunkt eine überraschende (negative) Auswirkung haben.

2. Big Data

Big Data beschreibt das Weiterverarbeiten von großen, gesammelten Datenmengen.

Klassische Anwender sind Betreiber von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Xing etc. Ebenso Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo uvm.

Was ist so gefährlich an dieser „Sammelleidenschaft“?

Dazu ein konkretes Beispiel. Unser großer Bruder in den USA nutzt Big Data für die Verbrechensbekämpfung. Seit etwa sieben Jahren. Aus kriminellen Handlungen der Vergangenheit gewinnt die Polizei mittels statistischer Auswertungen Informationen, die zu Orten – und Personen – mit kriminellen Absichten für die Zukunft führen… könnten! Damit kann die Polizei an diesen Lokalitäten in Zukunft verstärkt Streife fahren. Hört sich positiv an. Und dient uns allen. Eine sichere Nachbarschaft. Prima! Oder?

Bis zu dieser Stelle ja. Doch Big Data hat viel mehr Potential. Das genutzt wird. Wie auch in diesem Fall: Mit dem Projekt “Predictive Policing” versucht die Polizei mit Hilfe von Big Data eine (verdächtige) Personenmenge zu finden, auf die bestimmte Filter-Kriterien aus Verbrechen der Vergangenheit zutreffen. Sie suchen nach Mustern mit soziodemografischen Eigenschaften aus:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Religion
  • Nationalität
  • Wohngegend
  • Sozialem Umfeld
  • Score der Kreditwürdigkeit bei Banken
  • Hobbys
  • Beruf
  • Einkommen
  • uvm.

Hat der Filter bei Dir einen Treffer gebracht, stehst Du unter Verdacht. Und wirst ggf. infiltriert. „Dank“ eines Musters (Algorithmus) eines Computers. Dank Big Data.

Der kritische Punkt: Auch Computer können irren! Viel mehr die Software, die wiederum von Menschen programmiert wurde und somit je nach Algorithmus die falschen Personen ins Visier der Justiz rücken.

Der Überwachungsstaat, wie im Roman „1984“ von George Orwell skizziert, lässt grüßen. Ebenso „Minority Report“ – eine spannende Zukunftsvision mit Tom Cruise in der Hauptrolle.

3. Der Mythos „absolute Sicherheit“

Das wichtigste vorweg:

Absolute Sicherheit bei der Speicherung digitaler Daten gibt es nicht!

Die Geschichte liefert uns leider traurige Fakten.

Selbst Unternehmen, die glaubten, wie Fort Knox gesichert zu sein, wurden eines besseren belehrt und bereits Opfer von Hackern. Darunter „Lockheed Martin“. Einer der größten Rüstungskonzerne der Welt. Bis heute ist nicht aufgeklärt, in welche Hände diese brisanten und hochsensiblen Daten gelangten.
Da klingt der Diebstahl von 100 Millionen Kundendaten des Entertainment-Riesen Sony geradezu wie ein Kindergeburtstag.

4. Cloud-Dienste wie Dropbox

Nutzt Du Dropbox? Ja!? Die Nutzung ist sehr komfortabel, oder? Vor allem von überall bequem erreichbar. Welche Daten hast Du dort gespeichert? Hast Du Dir schon mal die Datenschutzrichtlinien dieser (kostenlosen) Cloud-Dienste durchgelesen?

Mit der Nutzung von Dropbox erklärst Du Dich automatisch mit den Datenschutzrichtlinien einverstanden. Und diese unterliegen nicht dem deutschen Recht! Insider wie Edward Snowden raten explizit von der Nutzung von Dropbox ab.

Was ist so bedenklich dabei?

Nicht nur, dass Deine persönlichen Daten in fremden Händen liegen. Außerhalb des eigenen Landes. Sondern auch, dass die Betreiber von Dropbox vereinfacht ausgedrückt mit Deinen Daten tun und lassen dürfen, was sie möchten.
Forscher des Fraunhofer Instituts bringen es so auf den Punkt:

„Wer Daten bei Cloud-Anbietern wie Dropbox oder Google Drive ablegt, der kann sie auch gleich bei Facebook posten…“

Das sukzessive Aushöhlen der Privatsphäre. Missbrauch Deiner sensiblen Daten als mögliche Folgen.

Mein Tipp:

Speichere wichtige Dokumente wie zum Beispiel Deine Diplom- oder Doktorarbeit niemals bei Dropbox.

Wer dennoch das Risiko eingehen möchte, braucht sich nicht wundern, wenn eigene Werke in gleicher oder abgewandelter Form mit fremder Urheberschaft im Netz auftauchen.

5. Werbeindustrie

Vermeintliche (kostenlose) Schnäppchen sind schnell ergattert.

  • Produkte durch Bonuspunkte der Payback-Karte
  • Gewinnversprechen durch Preisausschreiben
  • Elektronische Grußkarten
  • Bessere Suchergebnisse durch Nutzung von (Google-)Suchmaschinen
  • Teilnahme an Umfragen mit Gewinnmöglichkeit

Was haben alle diese Aktionen gemeinsam?

Genau! Sie wollen nur dein „bestes“. Nein. Nicht Dein Geld. Noch nicht!

Es geht um das Sammeln Deiner persönlichen Daten:

  • Name
  • Adresse
  • Bankverbindung
  • Geschlecht
  • Hobbys
  • Kaufinteressen
  • Getätigte Käufe

Schlimm?

Erst einmal nicht. Doch der fade Beigeschmack kommt spätestens dann, wenn alle Daten via Big Data (siehe Punkt 2) zu einem größeren Ganzen zusammengeführt werden. Und jeder einzelne von uns in Windeseile zu einem gläsernen Bürger wird. Wertneutral formuliert: Mit allen Chancen und Risiken, die damit verbunden sind.

Wenn Google dank der Shopping-Tour vor zwei Monaten „plötzlich“ weiß, dass Du eine passionierte Seglerin bist. Im Anschluss regelmäßig Werbung von Yachten bei Deinen Suchanfragen eingeblendet wird. Dein E-Mail-Postfach mit weiteren Angeboten (Spam) eingedeckt wird, könnte die beschriebene Zusammenführung von Deinen persönlichen Daten die Ursache sein.

6. Luxus der Demokratie

Die Demokratie, wie wir sie kennen, ist für uns alle längst zur Normalität geworden. Für keinen mehr anders vorstellbar.

Doch waren es in meinem Fall noch die Großeltern, die mir von ganz anderen Zeiten zu berichten wussten.
Wie wertvoll die Eigenschaften unserer Staatsform wiegen, wird uns vielleicht am Rande durch Medienberichte bewusst, wenn Flüchtlingsströme von Krisen- und Kriegsgebieten zu uns migrieren: In sichere Staatsgebiete. Hast Du Dir mal Gedanken darüber gemacht:

Was wären die Konsequenzen, wenn unsere Demokratie durch eine „weniger bürgerfreundliche“ Staatsform abgelöst werden würde?

Bis hin zu dem Extrem einer Diktatur. Wie damals im Dritten Reich. Wenn die Mächtigen der Politik plötzlich ihre eigenen Gesetze an den Start bringen würden. Wie damals. Was in der Vergangenheit Judenverfolgung hieß, könnte in der aktuellen Zeit Wähler der FDP (nur ein Beispiel) betreffen. Genauso könnte das auch für Männer mit weißem Hut und einem Faible für 1:1-Coaching wie mich gelten;-)

So schnell, bequem und komfortabel unsere fortschrittlich, digitale, weltweit vernetzte Welt auch sein mag.

Auch die Mächtigen von solchen (ungewollten) Staatsformen haben es noch nie leichter gehabt als jetzt, an Deine sensiblen Daten zu gelangen. Auch und gerade aus den zuvor genannten Gründen.

Fazit

Dieser Blogbeitrag legt offen, warum ein achtsamer Umgang mit Deinen persönlichen Daten so wichtig ist.

Mit 6 Beispielen hast Du erfahren, wie schnell Deine sensiblen Daten außerhalb Deinem selbstbestimmten Einflussbereich landen können.

Ausblick

Im nächsten Blogbeitrag erscheint die Fortsetzung zu diesem Artikel.

Nach dem „Warum“ folgt das „Wie“:

  • Wie kannst Du aktiv werden?
  • Wie behältst Du die selbstbestimmte Kontrolle über Deine persönlichen Daten?
  • Bzw. wie gewinnst Du diese wieder zurück?

 

Damit Du in der Folge nachts wieder besser und ruhiger schlafen kannst.

Hier kommst Du direkt zu Teil 2:

6 Strategien zum Schutz Deiner digitalen Daten.